In der Alten Kelter in Miedelsbach entwickelt Alfred Arnold im Jahr 1959 ein neues Prinzip für die Produktion von Isolierglas: Statt starren gelöteten Verbindungen verwendete er ein elastisches, geklebtes System mit Aluminiumschienen. Dies machte das Isolierglas belastbarer und langlebiger. Vor allem aber: Anders als die bis dahin verwendeten Standardprodukte, sorgte das neuartige Isolierglas für gemütliche Wärme – ohne dass das Geld zum Fenster hinausgeheizt wurde. Inzwischen ist die Familie Arnold bereits in der zweiten und dritten Generation in der heutigen Unternehmensgruppe Arnold Glas aktiv.
Im ehemaligen Weinbauort Miedelsbach diente Mitte der 1950er-Jahre die leerstehende Kelter des Dorfes Alfred Arnold als Ort, an dem er seine große Idee umsetzen wollte: ein neuartiges Isolierglas, das sich einfach in großen Stückzahlen produzieren ließe. Vielleicht war es ja der immanente Geist des Weines im Gebäude, der ihn dabei beflügelte. Ende 2019 hat die Unternehmensgruppe Arnold Glas den Ort, an dem Alfred Arnold sein erstes Isolierglas fertigte, dann erworben. Zum 100. Geburtstag des Unternehmensgründers kehrt Arnold Glas damit zu seinen Wurzeln zurück.
Für Alfred Arnold war die Alte Kelter in Miedelsbach nicht zuletzt ein Raum der Inspiration. Seit der Neueröffnung im Jahr 2022 nutzt die Unternehmensgruppe Arnold Glas das Gebäude für firmeninterne Events sowie zur Schulung und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Deren Tätigkeitsspektrum ist breit gefächert und deckt jeden Schritt der Wertschöpfungskette der Flachglasveredelung ab. In der restlichen Zeit steht die Arnold Akademie den Miedelsbacher Bürgerinnen und Bürgern als Ort für Feiern und Kulturveranstaltungen zur Verfügung.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Alfred Arnolds Faszination für Glas begonnen. Denn die Herstellung von Glas war lange Zeit aufwendig – entsprechend kostbar war das Material. 1948 legte er dann nach seiner Ausbildung zum Glasschleifer die Gesellen-Prüfung ab. Für Arnold bildete der Abschluss aber nur den Ausgangspunkt für eine umfassende Beschäftigung mit dem Werkstoff und seinen Gestaltungsmöglichkeiten. Heute werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 7,5 Millionen Tonnen Glas hergestellt. Mehr als ein Viertel davon ist Flachglas.
Nach dem Ende seiner Ausbildung arbeitete Alfred Arnold rund zehn Jahre lang immer wieder bei anderen Glasveredlern und besuchte verschiedene Fachschulen. Sein Ziel: das Wissen über Glas und seine Verarbeitungsmöglichkeiten immer weiter zu vertiefen. Mit diesem breiten Know-how hatte er eine wichtige Grundlage für seine innovative Arbeit und die Entwicklung seines Unternehmens. Daher setzt auch Arnold Glas einen starken Fokus auf die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden. Ein Teil dieser Schulungen findet in der Arnold Akademie in Miedelsbach statt.
Mit der Entwicklung seines neuartigen Isolierglases 1959 machte Alfred Arnold auch den Herstellungsprozess einfacher. Damit war es auch kleineren Betrieben möglich, Isolierglas herzustellen. Das machte das Isolierglas erschwinglicher und sorgte für seine weitere Verbreitung. Infolgedessen sorgte die wärmedämmende Wirkung des Glases für eine deutliche Senkung der Heizkosten. Wer diese und den CO2-Ausstoß privater Haushalte spürbar senken will, setzt heute auf moderne wärmedämmende Gläser wie das NEUTRALUX®-Glas der Unternehmensgruppe Arnold Glas.
Erst zwei Jahre, nachdem er das erste Isolar-Glas gefertigt hatte, meldete Alfred Arnold seine Erfindung zum Patent an und schützte sie damit vor Nachahmungen. Das von Arnold entwickelte Verfahren ist heute ein weltweit verbreiteter Standard für die Herstellung von Isolierglas im industriellen Maßstab. Es markiert jedoch nur den Startpunkt einer langen Reihe von Entwicklungen der Unternehmensgruppe Arnold Glas. Bis heute arbeitet die hauseigene Forschungsabteilung kontinuierlich an der Weiter- und Neuentwicklung von Glasprodukten. Aktuell hält die Unternehmensgruppe insgesamt rund 140 Patente.
Aufgrund ihrer Belastbarkeit, ihrer hohen Lebensdauer und des energiesparenden Effekts wurde das von Alfred Arnold entwickelte Prinzip schnell zu einem Standard für Mehrscheiben-Isoliergläser. Entsprechend stieg die Nachfrage nach Arnolds Isolar-Glas. Am 1. Januar 1960 gründete er daher sein eigenes Unternehmen und legte damit den Grundstock für die Unternehmensgruppe Arnold Glas, die zu den sogenannten Hidden Champions zählt – relativ unbekannten mittelständischen Unternehmen, die Weltmarkführer in einem Spezialgebiet und ein wesentlicher Faktor für die gesamte Wirtschaft sind.
Die weltweite Nachfrage nach „Made in Germany“ hat Deutschland zum Exportweltmeister gemacht. Mit ihren hochspezialisierten Produkten haben auch die kleineren und mittleren Unternehmen einen gewichtigen Anteil an diesem Spitzenplatz. Mehr als 30 Prozent des Exportumsatzes stammen aus mittelständischen Unternehmen. Auch Alfred Arnold hatte schon vor der offiziellen Unternehmensgründung bereits Lizenzverträge mit 25 Glasveredlern in ganz Europa geschlossen. Diese Kooperationen waren der Startschuss für das weltweite Betätigungsfeld der Unternehmensgruppe Arnold Glas.
Die Nachfrage nach Isolar-Glas und den anderen Produkten der Glaswerke Arnold stieg schnell an. Die Alte Kelter in Miedelsbach wurde für das aufstrebende Unternehmen daher schnell zu klein. So erfolgte schon 1965 der Umzug nach Remshalden (Geradstetten), wo auch heute noch alle Fäden des Global Players zusammenlaufen. Interessanterweise ist Remshalden jünger als Arnold Glas. Als die Gemeinde im Jahr 1974 als Zusammenschluss der Talgemeinden Grunbach, Geradstetten und Hebsack sowie der hoch oben gelegenen Gemeinden Buoch und Rohrbronn entstand, gab es das Unternehmen bereits 14 Jahre.
Mit 60 Jahren entdeckte Alfred Arnold zwei neue Leidenschaften für sich: Wandern und Bergsteigen. In einem Alter, in dem andere Menschen gemütlich am Kamin sitzen, eroberte er mehrere Gipfel. Und das noch bevor Wandern und Bergsteigen zu Trendsportarten wurden. Zunächst war er in den Alpen unterwegs, später auch in exotischeren Gefilden wie den Anden. Kein Wunder, dass er sich selbst als Naturbursche bezeichnete. Mit seiner Leidenschaft fürs Wandern und Bergsteigen war Alfred Arnold wieder einmal seiner Zeit voraus: Denn heute ist Wandern die liebste Freizeitbeschäftigung in Deutschland.
Von Natur aus können Vögel keine Glasscheiben erkennen. Dafür nehmen sie die für Menschen unsichtbaren UV-Strahlen wahr. Diesen Umstand haben sich die Forscher der Unternehmensgruppe Arnold Glas zu Nutze gemacht und im Jahr 2006 das Vogelschutzglas ORNILUX® erfunden. Dessen Einsatz ist in alpinen Gebäuden, wie z. B. dem Naturinformationszentrum Karwendel, besonders wichtig. Denn bei Gebirgsketten wie dem Karwendel handelt es sich oft auch um Natur- und Vogelschutzgebiete, in denen von der EU geschützte Vogelarten leben.
2017 baute das Vassar College im US-amerikanischen Bundesstaat New York ein neues Wissenschaftszentrum. Verwendet wurden dabei unter anderem 1.200 Quadratmeter ORNILUX® mikado – eine der größten Flächen aus volltransparentem Vogelschutzglas, die bisher in den USA verbaut wurde. Dessen unscheinbare Beschichtung macht das Glas für Vögel sichtbar. Tests in speziellen Anflugtunneln haben diese Wirkung eindrucksvoll belegt. So hat die Erfindung der Unternehmensgruppe Arnold Glas bereits Millionen Vogelleben gerettet.
In Deutschland starten mehr als 80 Prozent aller Auszubildenden ihren beruflichen Werdegang bei einem kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Davon profitiert seit Jahrzehnten auch die Unternehmensgruppe Arnold Glas, die nicht zuletzt deshalb mit innovativen Glasentwicklungen wie DEKOREX® (Lichtstreu- und Blendschutz) oder AKUSTEX® (Schallschutz) neue Märkte erschließen konnte. Zudem zog der wirtschaftliche Erfolg weitere Standortgründungen nach sich: 1969 in Fürstenfeldbruck und 1971 in Gunzenhausen. Heute ist die Unternehmensgruppe an zehn Standorten weltweit vertreten.
Anfang der 1980er-Jahre half Alfred Arnold mit seiner Investition einer neuen Firma auf die Sprünge: der arcon Flachglas-Veredlung GmbH & Co. KG in Feuchtwangen, die mit ihrer Technologie eine besonders effiziente Art der Wärmedämmung ermöglichte. Heute ist arcon ein Teil der Unternehmensgruppe Arnold Glas und gehört zu den führenden europäischen Glasveredlern. Zum Produktportfolio zählen neben hochleistungsfähigen Wärmedämmschichten auch Sonnenschutzschichten und andere Spezialgläser. Nicht zuletzt deshalb gehört Glas heute zu den beliebtesten Werkstoffen für Architekten.
Schon immer galt die Universität von Exeter als einer der schönsten Studienorte Englands. Die vielfarbigen Glasflächen des Hauptgebäudes stammen vom britischen Künstler Alexander Beleschenko. Für die Gestaltung hat er mit Cristalux zusammengearbeitet, einem Unternehmen aus der Unternehmensgruppe Arnold Glas. Besonders spektakulär ist der dreidimensionale Eindruck der Gläser. Verschieden dicke Einscheibengläser wurden dafür einzeln bedruckt und im Anschluss zu einem Verbundsicherheitsglas kombiniert. Übrigens: Auch in Deutschland fließen zwischen ein und vier Prozent der Kosten für den Bau oder die Sanierung öffentlicher Gebäude in Kunst am Bau.
Die Isolar-Gruppe zeigt seit mehr als 40 Jahren, wie sich eine starke Gemeinschaft von Mittelständlern gegenüber großen Konzernen behaupten kann: Denn für Alfred Arnold stand von Anfang an fest, dass vor allem mittelständische Unternehmen von seiner Erfindung profitieren sollten. Entsprechend vergab er die Lizenzen. Für die Betreuung der Partner gründete er 1971 die ISOLAR GLAS Beratung GmbH, aus der sich die Isolar-Gruppe entwickelte. Mit insgesamt 36 Partnern ist sie heute eine der größten Vereinigungen mittelständischer Hersteller von Mehrscheiben-Isolierglas in Europa.
Wer in Deutschland bauen will, muss über 3.000 Vorschriften beachten. Jährlich kommen neue Regelungen auf EU-, Bundes- und Landesebene dazu. So wird zum Beispiel immer mehr Wert auf Lärmschutz, Energieeffizienz und Naturschutz gelegt. Um alle Regelungen beachten zu können, sind Experten mit Fachwissen in einzelnen Bereichen mittlerweile unverzichtbar für Architekten, Planer, Verbraucher und Verarbeiter. Ob es um Erklärungen zu Spezialgläsern geht oder darum, das perfekte Glas für ein Bauprojekt zu finden: Die ISOLAR GLAS Beratung steht als zuverlässiger Partner und Experte zur Seite.
Die Gemeinde Raunheim liegt in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Flughafens. Um den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung konzentriertes Arbeiten trotz des Fluglärms zu ermöglichen, wurde beim Neubau des Rathauses im Jahr 2012 das Schallschutzglas Akustex von Glas Wagener eingesetzt. Die Gläser vom Typ AKUSTEX® advance verfügen über einen Schalldämmwert von 45dB – das entspricht einer Unterhaltung in Zimmerlautstärke. In Verbindung mit einer entsprechend schalldämmenden Fassade sorgen sie dafür, dass der Fluglärm außen vor bleibt.
Internationale Zusammenarbeit gehört von Anfang an zur Geschichte des Isolar-Glases. Schon 1959 vergab Alfred Arnold erste Lizenzen an Partner in Europa. Heute ist die Unternehmensgruppe weltweit aktiv. Zu den jüngsten Kooperationspartnern gehört Eclipse Global Pvt. Ltd., ein Entwickler und Hersteller von Jalousien und Isoliersystemen mit Sitz im indischen Bundestaat Gujarat. In Gujarat liegt auch der Sabarmati-Aschram, in dem Mahatma Gandhi von 1918 bis 1930 lebte. Dort begann der sogenannte „Salzmarsch“, der zum indischen Unabhängigkeitskampf und zur Gründung der indischen Republik führte.
Die großflächigen Glasfronten der im Jahr 2015 eröffnete Kunst- und Architekturschule „bilding“ in Innsbruck sind ein technisches Schmankerl: Auch wenn sie sich optisch gleichen, so bestehen sie aus vier verschiedenen Varianten der arcon sunbelt-Gläser. Bei Sonneneinstrahlung schützt deren Beschichtung die Innenräume vor zu starker Erwärmung und macht so eine zusätzliche Kühlung unnötig. Im Winter sorgen die Gläser dafür, dass vorhandene Wärme nicht nach außen abzieht. Das reduziert den Energieverbrauch des Gebäudes ebenfalls – und leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz.
Rund 95 Prozent der Brandtoten in Deutschland fallen einer Rauchvergiftung zum Opfer. Diese tritt im Durchschnitt 17 Minuten nach Ausbruch eines Brandes ein. Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, diese Grenze hinauszuschieben, erhöht die Chancen, Leben zu retten. Einen Beitrag dazu leistet das Brandschutzglas ARDOREX® ARNOLD-FIRE®. Es schützt zuverlässig vor Feuer, Rauch und Hitzestrahlung. Schon in seiner einfachen Ausführung hält das Glas einem Feuer 15 Minuten lang stand – und in dem an der Praxis orientierten Zulassungstest sogar 30 Minuten. Beispielsweise in der Burg Altena, Nordrhein-Westfalen.
Ein wabenartiges Netz aus millimeterdünnem Röhrchen macht das VISOREX®-Glas so besonders. Die Technik lässt bis zu 70 Prozent des Tageslichts in das Innere eines Gebäudes fließen – verringert dabei aber gleichzeitig den Blendeffekt durch direkte Sonneneinstrahlung. In einer großen Veranstaltungshalle wie dem 1977 eröffneten Glaspalast In Sindelfingen schafft das Glas daher einfach ideale Lichtbedingungen. Gleichzeitig kann der Einsatz von künstlichem Licht reduziert werden. Das schont nicht nur die Augen, sondern hilft Energie zu sparen.
Ohne Zweifel ist die Stromerzeugung aus Sonnenlicht ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Über der New Yorker S-Bahn-Station Stillwell Avenue spannt sich daher seit 2005 mit einer Fläche von 5.300 Quadratmetern eines der größten mit Dünnschicht-Solarmodulen ausgestatteten Dächer der Welt. Jedes Jahr produziert dieses Dach rund 300.000 Kilowattstunden (kWh) Strom aus insgesamt 2.900 verbauten Modulen, die aus dem Photovoltaik-Glas VOLTARLUX® von Arnold Glas bestehen. Diesen genügt bereits eine geringe Sonneneinstrahlung, um ca. 100 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Die Metallbauspezialisten von Arnold Glas sind seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensgruppe. Mit ihrer Erfahrung und Kompetenz sorgen sie für die Verbindung von qualitativ hochwertigem Glas mit einer optimalen Fassadenkonstruktion. Ein Beispiel dafür ist die Sparkasse in Heinsberg. Ihre nach innen und außen gewölbte, knapp 500 Quadratmeter große Glasfassade ist das weltweit erste Beispiel einer Isolier-Glasfassade mit biaxialem Seiltragwerk. Glas-Punkthalter (Spider), Tragseile und Spannseile sind die Basis dafür, dass die Konstruktion ohne schweres Befestigungsmaterial auskommt.